Lob für Schulentwicklungsplan

VON CLAUDIA HOFFMANN

Zu vorgerückter Stunde bekamen die Mitglieder des Verwaltungsausschusses gestern Abend den lange erwarteten Schulentwicklungsplan vorgestellt. Quer durch alle Fraktionen gab es großes Lob für die immense Fleißarbeit, die hinter dem umfangreichen Zahlenwerk steckt. Mehrheitlich empfahl der Ausschuss dem Gemeinderat, der nächste Woche tagt, die Einrichtung eines Arbeitskreises.


Villingen-Schwenningen - In dem Arbeitskreis sollen Vertreter aus allen Fraktionen, die geschäftsführenden Schulleiter, Mitglieder des Gesamtelternbeirates, der Ortsverwaltung und der Stadtverwaltung sowie ein Mitglied des jugendpolitischen Gremiums Beschlüsse vorbereiten, die von einer breiten Basis getragen werden. Aufgrund der stark sinkenden Schülerzahlen um rund 15 Prozent bis 2020 und dem baulich schlechten Zustand einiger Schulen muss der Gemeinderat eine Entscheidung treffen, welche Schulen erhalten, welche geschlossen oder eventuell zusammengelegt werden. Auch sollte eine Prioritätenliste der Sanierungen angefertigt werden.

Diese Idee der Einrichtung eines Arbeitskreises begrüßten die Redner: "Das ist eine gute Idee und durch die externe Moderation wird es auch eine zielgerichtete Diskussion geben", so Katharina Hirt (CDU). Sie erinnerte daran, dass der Gemeinderat seit Jahren dieses Zahlenwerk eingefordert habe. "Wir brauchen einen solchen Plan, weil die Schullandschaft enorm in Bewegung ist." Hans-Joachim von Mirbach (Grüne) warnte davor, alle Zahlen für "bare Münze" zu nehmen. "Wenn da beispielsweise die Rede davon ist, dass 91 Klassenräume zum Schuljahr 2020/21 nicht mehr gebraucht werden, stimmt das so nicht." Mirbach erinnerte an den vermehrten Nachmittagsunterricht, an Arbeitsgemeinschaften und zunehmende Hausaufgabenbetreuung. "Die Frage ist doch, was wir unseren Kindern und Enkelkindern zumuten wollen." Bernd Schenkel von der SPD signalisierte für seine Fraktion volle Zustimmung für die Einrichtung des Arbeitskreises. "Die Frage muss auch sein, wie wir Schulen auf dem absteigenden Ast wieder attraktiver machen." Zur künftigen Arbeit des neuen Gremiums meinte er: "Da wird es heftig zur Sache gehen."

FWV-Stadtrat Karl-Hennig Lichte bekannte, gar "das ganze Wochenende" mit dem Zahlenwerk verbracht zu haben. Er wies darauf hin, dass die Entwicklung der Ganztagesschulen maßgeblichen Einfluss auf die künftigen Schülerzahlen haben. "Da kann sich in den einzelnen Quartieren wieder viel verschieben." Helga Eilts (FWV) und Ortsvorsteherin von Tannheim richtete den Fokus auf die kleinen Ortschaften: "Bei uns wird sich ganz viel verändern und ich hoffe, wir nehmen uns wirklich genügend Zeit für die anstehenden Entscheidungen." Der Arbeitskreis soll im Januar seine Arbeit aufnehmen, bis Mitte nächsten Jahres könnten dann Beschlussvorlagen für den Gemeinderat erarbeitet werden, so der Zeitplan des Oberbürgermeisters.

Zu den anstehenden Sanierungen wies der Oberbürgermeister darauf hin, dass es sich bei allen Summen um Bruttokosten handelt: "Da sind also noch keine Zuschüsse berücksichtigt, weil wir ja nicht wissen, in welcher Höhe sie fließen." Außerdem müsse man berücksichtigen, dass für den Fall der Schließung einer Schule die veranschlagten Sanierungskosten wegfallen. Der Löwenanteil von den geschätzten 44 Millionen Euro entfällt im Wesentlichen auf vier Schulen, allen voran das Gymnasium am Deutenberg, bei dem für rund 14 Millionen Euro eine Generalsanierung ansteht. Allein hier rechnet OB Kubon aber mit rund 30 Prozent an Zuschüssen. Für das Gymnasium am Romäusring stehen 4,8 Millionen Euro für die Generalsanierung und die Umwandlung in eine Ganztagesschule im Plan.

 

(Quelle: http://www.suedkurier.de/region/villingen/villingen/art2997,2907759)